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Freie Waldorfschule Chiemgau
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Der Fremdsprachenunterricht

"Der Erwerb einer neuen Sprache ist wie der Erwerb einer neuen Seele"

(Karl V., in dessen Reich die Sonne nie unterging)

Ein Markenzeichen der Waldorfschule ist, dass die Kinder – nachdem sich die Muttersprache bis zum 7. Lebensjahr gefestigt hat – ab der ersten Klasse zwei Fremdsprachen lernen. Bei uns sind das Englisch und Französisch und später, kann, als Alternative zu Französisch, auch Latein gewählt werden.

Durch Hören und Nachahmen hat das Kind die Muttersprache gelernt. Auf den gleichen Prinzipien beruht der Fremdsprachenunterricht in der Unterstufe: das Kind hört, ahmt nach, erlebt die fremde Sprache als Ganzes ohne Zuhilfenahme der deutschen Sprache. Lieder, Reime, Spiele, Gedichte, Szenen aus dem Alltag und dem Berufsleben helfen dem Kind, mit allen Sinnen die Fremdsprache zu erfassen. Dabei wird noch nicht ausschließlich der kognitive Prozess in den Vordergrund gerückt, sondern viel Wert auf das Erleben der andersartigen Sprachwelt gelegt.

Ab der 4. Klasse kommt ein wichtiges Element hinzu: Die Schüler lernen die Sprache auch im Schriftbild kennen, das fremdsprachliche Lesen und Schreiben setzt ein. Mit viel Liebe wird das erste Heft von vielen, die noch folgen sollen, ästhetisch gestaltet, bekannte Sprüche und Lieder mit sorgfältig ausgeführten Bildern umrahmt.

Ab der 5. Klasse tritt immer stärker das Erarbeiten der grammatischen Strukturen in den Vordergrund. Bis zur 8. Klasse sollte diese Arbeit abgerundet werden. Altersentsprechende Lektüren vermitteln den notwendigen Wortschatz und den ersten Ansatz der Landeskunde.

In der Oberstufe versucht der Fremdsprachenlehrer, das bisher Gelernte in die freie Verfügung der Jugendlichen übergehen zu lassen. Die angelegten Grammatikstrukturen werden wiederholt und vertieft, die letzten neuen Kapitel erarbeitet. Dann sollte der Schüler genügend "Gerüst" haben, um von nun an englisch- und französischsprachige Werke im Original zu lesen. Zeitungsartikel werden die Lektüre ergänzen. Ein vielfältiges Bild des fremden Kulturraumes kann vermittelt werden und den Jugendlichen in die Lage versetzen, sich in diese andere Welt hineinzuversetzen, sie in ihrer Andersartigkeit zu erkennen und auch vergleichen zu können.

Als Alternative zu Französisch wird neuerdings in der Oberstufe auch Latein angeboten.

In den letzten Jahren hat sich die Einführung eines Kurssystems für die Fremdsprache Englisch in der Oberstufe bewährt: Schüler können, je nach Leistungsstand, verschiedene Kurse belegen. Wir haben den gesamten Stoff in Grammatik und Lektüre auf je drei unterschiedliche Niveaus aufgeteilt. Ziel ist, dass die Schüler die aufeinander aufbauenden Kurse bestehen. Durch diese Differenzierung können wir den einzelnen Schüler besser fördern.


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