Grundlagen der Waldorfpädagogik

"Die Entwicklung des jungen Menschen zu Freiheit,
Selbstbewusstsein und Verantwortung
für sich und die Welt ist das Ziel unserer Schule."

(aus dem Leitbild unserer Schule)

Die Entwicklung des Kindes zu beobachten und zu verstehen ist die Grundlage für die Arbeit eines Waldorfpädagogen. Damit wird es möglich, das Potential und die sich entwickelnden Anlagen der Kinder und Jugendlichen über Jahre hin zu fördern. Methodik und Didaktik beziehen sich neben den fachlichen Inhalten auf das Lebensalter und die Entwicklungsbedürfnisse der Schüler. Die pädagogischen und sozialen Impulse Rudolf Steiners bilden dabei die Grundlage für die Gestaltung des Unterrichtes und der Schulgemeinschaft.

Es sind unsere Kinder, die das Tor und den Weg in die Zukunft einer sich stets wandelnden Gesellschaft öffnen. Waldorfpädagogik möchte jungen Menschen helfen, schöpferisch erneuernd ihren Platz und ihre Aufgaben in der Welt zu finden. Der Unterricht fördert deshalb Initiative, Selbstvertrauen, praktische Aufgabenbewältigung und Problem lösendes Denken, wie auch Verantwortung und Teamfähigkeit.

Vertrauen in sich selbst und Vertrauen in die Welt sind der Boden für eine Erziehung zur Freiheit und für ein lebenslanges Lernen.

Schulreif mit 5? Abitur mit 17?

Diesen Zielvorgaben, die heute vielen Schulsystemen gestellt werden, steht die Waldorfpädagogik kritisch gegenüber. Ihr Lehrplan für 12 Schuljahre richtet sich nach den seelischen, geistigen und leiblichen Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der jungen Menschen. Diese sind heute deutlichen Verfrühungstendenzen ausgesetzt. Eine verantwortungsbewusste Pädagogik kann das nicht unkritisch hinnehmen. Die Verkürzung der Schulzeit sehen wir ebenfalls als eine pädagogische Herausforderung an: Weiterhin durchlaufen Waldorfschüler zwölf entwicklungsbezogene Schuljahre. In diesen kann der Realschulabschluss erworben werden. Schüler, die das Abitur anstreben, werden in einem 13. Schuljahr darauf vorbereitet. Damit wird den Jugendlichen Zeit zur individuellen Entwicklung gelassen.
Denn "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

 
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