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Was ist Waldorfpädagogik?
Der Pädagogische Rahmen
Was macht eine Pädagogik aus dem ersten Viertel des vergangenen Jahrhunderts auch heute noch aktuell? Weshalb sehen Menschen diese Schulart als zukunftsorientiert an?
Es gibt Elemente der Unterrichtsgestaltung an Waldorfschulen, die sich vielfach bis heute bewähren, weil sie der seelischen Entwicklung des Menschen entsprechen. Zum Teil sind sie inzwischen typische, mit der Umsetzung von Waldorfpädagogik anscheinend untrennbar verbundene Merkmale geworden. Zu ihnen gehören:
  | der Hauptunterricht (3-4 Wochen lang findet täglich in den ersten 1 ¾ Stunden des Unterrichtstages eine Fachepoche statt) |
  | das Klassenlehrerprinzip (eine Lehrkraft gibt den Hauptunterricht durchgehend von der 1. bis zur 8. Klasse) |
  | das Epochenprinzip (vgl. Hauptunterricht) |
  | der gemeinsam aufsteigende Klassenverband (kein Sitzenbleiben, alle Begabungsunterschiede sollen integriert werden) |
  | das zwölfjährige Unterrichtskonzept |
  | die Gleichberechtigung der kognitiven, künstlerischen und praktischen Fächer |
  | der weitgehende Verzicht auf ausgearbeitete Lehrkonzepte (Schulbücher) zu Gunsten der Lehrerverantwortlichkeit für die Umsetzung des Lehrplans |
  | das Epochenheft (der Unterrichtsstoff einer Hauptunterrichtsepoche wird von den Schülern und Schülerinnen in sorgfältig selbstgestalteten Heften verarbeitet) |
  | der Fremdsprachenunterricht ab der 1. Jahrgangsstufe |
  | der Eurythmieunterricht |
  | Klassenspiele (Theaterinszenierungen vor allem in der 8. und 12. Klasse, an denen die gesamte Klasse mitwirkt) |
  | Jahresprojektarbeiten (in der 8. und 12. Klasse stellt sich jede Schülerin und jeder Schüler eine individuelle Aufgabe, das Ergebnis wird öffentlich präsentiert) |
Neben solchen Formelementen ist bekannt,
  | dass Lernen nicht durch Notendruck, sondern durch sinnstiftende Ansprache erfolgt, |
  | dass Heranwachsenden nicht nur Stoff vermittelt wird, sondern Erziehung zur Fragefähigkeit angestrebt wird, |
  | dass Wahrnehmungsfähigkeit und Kreativität durch künstlerische Arbeit gefördert werden, |
  | dass in Projekten soziale Kompetenz und Teamfähigkeit entwickelt werden, |
  | dass in handwerklichen Unterrichtsfächern und Praktika Tatkraft und Verantwortung angesprochen werden. |
Aus dieser Auflistung wird deutlich, dass an Waldorfschulen traditionell zahlreiche heute geforderte Schlüsselqualifikationen wie Eigenständigkeit, Teamfähigkeit, Kreativität, Initiative, Wahrnehmungsvermögen, Verantwortung und Kommunikation gezielt geschult werden.
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