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Freie Waldorfschule Chiemgau
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Naturwissenschaften

Der naturwissenschaftliche Unterricht an der Waldorfschule beginnt ab der 1. Klasse. Bis zur 3. Klasse wird in kindgemäßer Form mit Hilfe von sinnigen Geschichten, Fabeln und durch die Ackerbauepoche der 3. Klasse unterrichtet. Ab der 4. Klasse tritt eine Differenzierung in Menschen-, Tier- und Pflanzenkunde ein. In der 6. Klasse kommt die Physik hinzu und in der 7. Klasse die Chemie.

In allen naturwissenschaftlichen Fächern gehen die Lehrer phänomenologisch vor: sie lassen die Schüler die Erscheinungen im Experiment oder an der Natur selbst erleben. Die Jugendlichen leiten Formeln aus der direkten Anschauung ab. Sie begegnen den konkreten naturwissenschaftlichen Phänomenen, nicht rein gedanklichen Konstruktionen. In der Oberstufe greifen die Fachlehrer naturwissenschaftliche Inhalte aus der Unter- und Mittelstufe auf und behandeln sie auf der Grundlage der neu erworbenen Fähigkeiten ihrer Schüler: diese haben inzwischen gelernt zu abstrahieren. Immer häufiger finden sich die Jugendlichen nun zu Gruppenarbeiten zusammen. Im Team lernen sie, sich gegenseitig zu ergänzen.

Wenn sich die Schüler auf diese Weise die Naturgesetze erschlossen haben, erleben sie in der 11. Klasse Wert und Grenzen modellhafter Erklärungsmuster. Sie machen die Erfahrung, dass Modelle die Wirklichkeit nicht erschöpfend darstellen können.

Während der ganzen Schulzeit bemühen sich die Waldorflehrer, ihren Schülern den Zusammenhang aller Lebensbereiche mit den Naturwissenschaften nahe zu bringen. So setzen sie die Zoologie und Botanik mit der Anthropologie in Beziehung. Sie verbinden die Naturkunde mit Geographie und Geschichte. Sie zeigen die Zusammenhänge auf zwischen Chemie und Ernährung, zwischen Physik, industriellen Herstellungsverfahren und Ökologie...


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