  | Es kommt auf mich an! |
  | Wenn ich nicht weiterspreche oder nicht auftrete, bricht alles zusammen. |
  | Alle sehen mich. |
  | Alle erwarten, daß ich etwas sage. |
  | Alle hören mir zu. |
  | Es hat eine Bedeutung, ob ich die Arme ausbreite oder sie sinken lasse. |
  | Es hat eine Bedeutung, wo ich auf der Bühne stehe und wie ich dort stehe! |
  | Ich bin da! |
  | ...Und das hat einen Sinn: |
  | Ich helfe nämlich, eine Geschichte zu erzählen. |
  | Ich teile etwas mit, das ich weiß! |
  | Ich bin ja nicht nur die oder der, den meine Mitschüler, meine Familie, meine Lehrer kennen. |
  | Ich kann ja auch jemand ganz anderer sein. |
  | Ich kann mich verwandeln! |
  | Ich kann nachempfinden und erleben, wie es sich anfühlt, ein anderer zu sein. |
  | Ich kann dadurch Menschen verstehen, von denen ich immer dachte, sie seien mir fremd. |
  | Ich entdecke: Jedes Du ist auch ein Ich! |
  | Ich kann meine Gefühle und Gedanken regieren. |
  | Ich kann alles erleben, was ich mir erträume. |
  | Ich kann mir sogar vorstellen, wie es für andere ist, mir zu begegnen. |
Und es kann passieren, dass sie tief innen leise lächeln darüber, wie merkwürdig und gleichzeitig vertraut doch die Menschen sind...und was sie so alles tun, seit tausend und abertausend Jahren - lächeln darüber, wie unendlich sie ist, die Vielfalt des Seins...
Und auf einmal, ganz plötzlich, ganz deutlich, wie aus dem Nebel aufgetaucht, steht die Frage da: Ja, und ich, welche Rolle will ich denn spielen in dieser Welt?
Ja, das kann passieren. Es kann aber auch ganz anders sein.
Denn die Möglichkeiten des Spiels sind genauso unendlich wie die des Lebens.
Die achte Klasse der Freien Waldorfschule Chiemgau entführte in die Welt der schwarzen Magie - Preußlers "Krabat" als Theaterstück.
Nachbericht und Fotos - Juli 2008