Afrikaprojekt Nyendo

BRIEF an FWS Chiemgau – Verwendung des WOW Day Geldes 2016

Die Partnerschule der Nyendo Schülerfirma Prien hat den Erlös des WOW Days 2016 erhalten und bedankt sich über mich herzlichst dafür. Gerne erzähle ich kurz wofür die Spende verwendet wurde und noch werden soll.
Inzwischen erfreut sich die Kangemi Youth School dank der treuen Unterstützung der Nyendo SchülerInnen Prien nun über eine Regionalwährung und einen Schulgarten – beides bedarf noch viel Aufmerksamkeit und Begleitung, sind aber gewichtige, langfristige Meilensteine und werden von der Slumcommunity sehr positiv wahrgenommen.
Das nächste große Projektvorhaben: Bau von Lehrerwohnungen
Um die Schule "Schrittchen für Schrittchen" in eine finanzielle Unabhängigkeit zu führen wurde letztes Jahr gemeinsam mit Mr. Simiyu hier in Deutschland angedacht das Geld des WOW Days als Grundstein für den Bau von Lehrerwohnungen auf dem Schulgelände zu verwenden. Jeder Lehrer zahlt etwa 5000/= KShs  -je nachdem mit wievielen Menschen er sein Zimmer teilt – im Monat an Miete.
Wenn die Schule über Lehrerwohnungen verfügen könnte, würde sie sich monatlich hohe Kosten sparen. Es fanden bereits mehrere Besuche vor Ort statt von Architekten bzw Bauleitern und es gibt auch schon erste Pläne, aber der Prozess zieht sich in die Länge, da keiner vor Ort ein professionelles Proposal mit Kosten schreiben kann und wir keine kostbaren Gelder für ein Architektenbüro ausgeben wollen. So lange haben wir das Geld auf unserem Konto geparkt.
Ende September 2017 bin ich wieder in Kenia, gemeinsam mit der Professorin für Produktdesign Susanne Stauch aus Berlin, und wir werden mit dem Schulvorstand, möglichen Designern und Bauleitern das Projekt: Teachers Housing weiter voranbringen.
Akute Hilfe: Lehrergehälter
Des weiteren kann die Schule 3 Monate im Jahr keine Lehrergehälter bezahlen und verliert dadurch immer wieder gute Lehrer. Für Mr. Simiyu hat es eine sehr hohe – eigentlich die höchste - Priorität seine Lehrer in diesen Monaten mit den nyendo Spenden zu unterstützen. Da es unser Nyendo Prinzip ist, mit einem Teil der Gelder die akute Not zu lindern und einen Teil in nachhaltige Projekte zu investieren, haben wir einen Teil des WOW Day Geldes für Lehrergehälter verwendet, im April mit ca 1200.-€, jetzt im August noch einmal mit dem selben Betrag und  dann noch einmal im Dezember.
Ausblick:
Sollten sich die Schüler Ihrer Schule in diesem Jahr wieder dafür entscheiden die WOW Day Einnahmen an ihre Partnerschule zu schenken so könnten wir damit
den Grundstock für die Lehrerwohnungen aufstocken und
gleich in einem Schwung für ca 8 – 10 Lehrer  Unterkünfte schaffen.
Das wäre geradezu genial!!
Im Namen unserer Freunde im Kangemi Slum bedanke ich mich sehr herzlich für die treue Unterstützung. Wer einmal vor Ort war weiß, dass Ihre Unterstützung eine große Wirkung hat, nicht nur für die Kinder, Eltern und Lehrer Ihrer Partnerschule, sondern auch für die anderen Slumschulen in unserem Netzwerk und für die ganze Slumgemeinschaft. Zu sehen wie die Kangemi Yoith School von Jahr zu Jahr an Kraft, Sicherheit und Hoffnung gewinnt gibt ALLEN Kraft, ALLEN Sicherheit und ALLEN Hoffnung.

Mit herzlichen Grüßen,
 
Irmgard Wutte



Besuch aus Afrika

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Zu Gast in einer anderen Kultur: Rhythmik und Musik seines Landes brachte der Kenianer Komora Wayu für einen Tag zu uns in den Chiemgau. Seit drei Jahren arbeitet das Afrika-Projekt "Nyendo Prien" an unserer Schule, in dem sich Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis elf für unsere Partnerschule in Kenia in den Slums von Nairobi engagieren.

Kunst und Kompetenz standen im Mittelpunkt dieses Besuches. Auf Einladung von Nyendo, einem Projekt, das auch Schülerfirmen an anderen bayerischen Waldorfschulen betreut, war der Lehrer und Musiker Komora nach Bayern gekommen. Die Informationen über die Not der Menschen in seinem Land und den dringend nötigen Schulbesuch der Slumkinder waren schon oft gegeben worden. Doch jetzt stand die Lebensfreude im Mittelpunkt. Als Kulturbotschafter seines Landes faszinierte der professionelle Tänzer und Musiker Komora die Schülerinnen und Schüler der siebten und achten Klassen. Mit einer beeindruckenden Autorität führte er die Jugendlichen durch zwei Schulstunden, übte mit ihnen traditionelle Tänze ein, lehrte sie die fünf Grundrhythmen der Trommel. Am Abend war dann die Öffentlichkeit eingeladen – beköstigt von unserer Schülerfirma "Nyendo Food for Food" konnte man eintauchen in die Klangwelt Afrikas. "Sein Humor, seine Herzlichkeit, sein Selbstbewusstsein und vor allem seine unendliche Kraft und Energie haben uns alle restlos begeistert", war das Fazit von Organisatorin Irmgard Wutte, die den Kenianer bei seinem Besuch an drei Waldorfschulen begleitet hatte.

 
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