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Freie Waldorfschule Chiemgau
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Sozialpraktikum

Unternehmungen und Praktika in der Oberstufe

Am Ende der 11. Klasse, an der Schwelle zum Erwachsenwerden, bietet ein Praktikum in heilpädagogischen bzw. sozialtherapeutischen Einrichtungen ganz besonders viele Einsichten und Orientierungshilfen. Seit Jahren wird das Praktikum in Camphill- oder Dorf-Gemeinschaften für seelenpflege-bedürftige Menschen, also Einrichtungen, die im Sinne des Heilpädagogischen Kurses von Rudolf Steiner arbeiten, absolviert. Die Jugendlichen begegnen dort Menschen, die oftmals wenig Intellektualität besitzen, manchmal wenig oder gar nicht sprechen können, denen aber auch die uns so zur Gewohnheit gewordenen Masken aus Klischees und Konvention nicht zur Verfügung stehen, weshalb sie sich mit einer geradezu umwerfenden Direktheit und Offenheit dem neuen Menschen in ihrer Umgebung zuwenden.

Auf diese Begegnung wird der Schüler in Gesprächen mit dem betreuenden Lehrer vorbereitet. Auch Fragen nach unserem Menschenbild, und den Wegen, das Schicksal zu verstehen, werden hier thematisiert werden können.

Außerdem erlebt der Schüler eine für ihn neue, ungewöhnliche Art des sozialen Zusammenlebens. Die Schüler wohnen in der Regel in den Gemeinschaften und sind einer Hausgemeinschaft und einer Werkstatt angeschlossen.

Der Erfolg dieses Praktikums ist sicherlich individuell verschieden und kurzfristig kaum abschätzbar. Oft hat sich gezeigt, dass gerade Schüler, denen der Entschluss sehr schwer fiel, besonders glücklich und zufrieden zurückkamen. Und nicht selten stellten Schulabgänger, nach den wichtigen Eindrücken aus ihrer Schulzeit befragt, das Sozialpraktikum an die erste Stelle.


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