Die Jugendlichen sind erst als 18-jährige, also in der 12. Klasse, in der Lage, sich ganz zurückzunehmen und zu erleben, was ihnen "vom Stein entgegen kommt". Sie können damit umgehen, dass es lange dauert, im Vergleich zur Arbeit mit Ton oder Holz, bis eine Form entsteht, eine Fläche "durchgespannt" ist. Sie muss sich aus dem Stein, dem Findling, heraus entwickeln können. Beim Steinhauen ist der künstlerische, von Geduld geprägte Prozess das Wichtigste. Die Jugendlichen, die ganz eins werden mit ihrem Stein und mit seiner Form Zwiesprache halten, können stundenlang arbeiten; sie ermüden äußerlich, werden aber innerlich ungeheuer wach. Die plastische Arbeit wirkt unmittelbar auf das Seelenleben.
Nach ca. 10 Tagen intensiver Arbeit am Stein geht es nach Florenz. Die Epoche der Renaissance kann wohl in keiner anderen Stadt so stark erlebt werden wie hier. Sie steht für ein neues Bewusstsein im Vergleich zu dem des Mittelalters, für den Beginn des "Zeitalters der Bewusstseinsseele", wie Rudolf Steiner unsere Zeit genannt hat. Mit dem beeindruckenden Besuch der Kunstdenkmäler, Museen und Ausstellungen geht für die Schüler die Waldorfschulzeit zu Ende.


