Flinke Finger, flinke Gedanken

Handarbeits, Werk- und Kunstunterricht

"Wenn wir in richtiger Weise mit dem Kind stricken und Dinge machen,
die Sinn haben, dann arbeiten wir wirklich oftmals mehr am Geiste,
als wenn wir den Kindern das beibringen, was man für das Geistige hält."

(Rudolf Steiner)

Konzentration und Ausdauer stärken die Willenskraft, Form- und Gestaltungsprozesse die Kreativität. Das alles schult der Werkunterricht. Die Abfolge der Tätigkeiten prägen das Handeln und geben ihm Struktur. Das Bewusstsein, etwas zu können, gibt Lebenssicherheit.

Stricken, Häkeln und Sticken stehen in den ersten vier Jahrgangsstufen im Mittelpunkt. Dabei ist wichtig, dass alle Arbeiten, die hergestellt werden, sinnvoll und nützlich sind.
Nach dem Handnähen beginnt in der siebten Klasse das Maschinennähen. Der Bogen spannt sich von kleinen, dekorativen Gebrauchstextilien bis zu Maßbekleidung.

Das Erleben von Inhalten, insbesondere der Mythologien und des Alten Testamentes, und das damit verbundene Malen und Zeichnen begleiten die Kinder durch ihre ganze Schulzeit. Bilder zu Märchen, Fabeln, Pflanzen und Tieren sind wichtiger Teil der Epochenhefte.
In der Mittelstufe wird der eigene Standpunkt wichtig: Perspektivisches Zeichnen fordert genaue Beobachtung und präzises Arbeiten. In der Oberstufe schließlich üben die Jugendlichen den freien Umgang mit Farbe und Licht.

Unsere Schmiede

Die Schule besitzt sogar eine eigene Schmiede: Hier lernen Neuntklässler am Feuer den rechten Griff und den rechten Schlag zur rechten Zeit zu tun. Das Material ist der Lehrmeister, denn Eisen muss geschmiedet werden, solange es heiß ist.

Kunstfahrt nach Azzano und Florenz

Ein Höhepunkt der 12. Klasse ist die Kunstfahrt nach Azzano und Florenz in Italien. Ein im Flussbett selbst gesuchter weißer Marmorstein wird behauen. Die Jugendlichen werden ganz eins mit ihrem Stein, halten mit seiner Form Zwiesprache und können stundenlang arbeiten. Zum seelischen Erleben gehören aber auch das italienische Licht, die Farben, die Landschaft, die Geräusche vom Steinbruch gegenüber.

Nach rund 10 Tagen intensiver Arbeit geht es dann nach Florenz, der Stadt des Michelangelo, der Renaissance.

 
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