Theater 12b Oscar Schindlers Liste

12 b führt „Oskar Schindlers Liste“ auf

Eindrucksvolles Plädoyer gegen Antisemitismus

„Wir werden Sie heute Abend berühren“, begrüßte Theaterlehrerin Stefanie Böck die Zuschauer im Chiemsee Saal. „Das sei den Schülerinnen und Schülern bei der Auswahl ihres Klassentheaters sehr wichtig gewesen.“ Mit „Oskar Schindlers Liste“ von Florian Battermann hatte sich die 12 b für ein Stück entschieden, das die reale Grausamkeit des Naziregimes wieder ins Bewusstsein holt. Es macht aber auch auf die guten Menschen und ihre Taten aufmerksam und auf die Möglichkeit, dass Menschen ihre Haltungen wandeln können. Eingebettet ist die Handlung in die wahre Begebenheit, dass 1999 auf einem Dachboden der Nachlass von Oskar Schindler gefunden wurde.

Oskar Schindler, ein deutscher Geschäftsmann, der das Leben und den Glamour in all seinen Facetten liebt, ehrgeizig und charmant ist, kommt 1939 nach Krakau. Er ist fest entschlossen, im Chaos des Krieges ein Vermögen zu machen. Seine Mitgliedschaft bei der NSDAP sieht er als Notwendigkeit an, um Erfolg zu haben. Er übernimmt eine Emaillewarenfabrik, in der jüdische Arbeitskräfte beschäftigt werden und produziert Geschirr für die deutsche Wehrmacht. Doch auch der Handel auf dem Schwarzmarkt floriert, unterstützt wird er von seinem Geschäftsführer Abraham Bankier und dem Buchhalter Itzhak Stern. Die zusätzlichen Einnahmen benötigt er zunehmend, um mit Geschenken und Bestechungsgeldern, bei SS-Leuten weiterhin Gehör zu finden. Denn Schindler erkennt, den maßlos um sich greifenden Sadismus bei der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten, die Brutalität bei der Räumung des Krakauer Ghettos entsetzt ihn bis ins Mark. Die Darstellung der Räumung wurde mit rotem Stroboskop-Effekt inszeniert – im Zuschauerraum herrschte eine greifbare, aufgewühlte und gedrückte Stimmung.

Auch durch seine Ehefrau Emilie wird Schindler bewusst, dass er nicht mehr innehalten darf, möglichst viele der Verfolgten zu retten. Er nutzt seine Fabrik als Zufluchtsort und sorgt dafür, dass bestimmte Jüdinnen und Juden als notwendige Arbeitskräfte eingestuft werden – Schindlers Liste. Die Zusammenarbeit mit dem unberechenbaren SS-Offizier Amon Göth bleibt notwendige Absurdität. Eindrucksvoll sind die Szenen der Dialoge zwischen Schindler und Göth, in denen die Menschenverachtung des SS-Offiziers unverhohlen zur Sprache kommt. Der Vormarsch der Roten Armee und der damit drohenden Räumung der Fabrik zwingt Schindler, eine Verlegung der Produktion zu organisieren. Es gelingt ihm, doch zunehmend zerbricht er an der Qual, nicht mehr jüdische Menschen retten zu können. Das Kriegsende nimmt ihm diese Last.

Mit persönlichen Aussagen, warum ihnen die Botschaft dieses Stücks so wichtig ist, begannen und endeten die Zwölftklässler ihre Theaterabende – jegliche Ausgrenzung aufgrund von Zugehörigkeit zu einer Gruppe darf nicht geschehen. Die eindrucksvollen, engagierten Aufführungen hinterließen großen Nachhall beim Publikum.

Herzlichen Glückwunsch zu eurem Projekt!